hans brunne
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    Über den Künstler

    er malt und zeichnet seit dem 14. lebensjahr. warum? »es war mir immer ein bedürfnis«, antwortet hans brunne.

    1936 in der nähe von koblenz geboren, verlor er seinen vater früh, der 1941 im krieg fiel. aus diesem grund hatte er auch nicht die möglichkeit, zu studieren und entschloss sich für eine lithografielehre. »dieser beruf kam mir sehr gelegen«, erzählt er. mit dem material, mit dem er in seinem beruf zu tun hatte, begann hans brunne, collagen zu schaffen. »das umgehen mit der collage war die idee, mit anderem material umzugehen, sich damit auseinanderzusetzen.« dies sei sehr wichtig für ihn gewesen.

    1994 nahm er die wegrationalisierung seitens berufes zum anlass, sich als gasthörer an der kunstakademie düsseldorf einzuschreiben. 19 semester studierte er dort kunstgeschichte, farb- und formanalyse, aber auch philosophie, ethik und soziologie. dabei lernte er viele interessante leute kennen.

    seit 1980 arbeitet der künstler in seinem atelier in gräfrath – und das jeden tag. »wie andere in die fabrik gehen, gehe ich ins atelier.« es sei wichtig konsequent jeden tag zu arbeiten und zu gestalten. dazu brauche es natürlich selbstdisziplin. »sonst kommt nichts dabei rum«, weiß hans brunne.

    »ich arbeite gerne in serien«, erklärt der künstler. da könne er auch mal ein bild stehen lassen, abstand gewinnen, da man nach einiger zeit die dinge ganz anders sieht. »anfangen ist schwierig und beenden ist auch sehr schwierig.« durch die reduktion auf das wesentliche, die transparenz oder das aufheben der räumlichkeit, zieht er denbetrachter hinein in die rätselhaftigkeit seiner formen. dabei entfernte er sich von der grafischen linie. »es war eine suche nach auflösung«, sagt hans brunne, »ein zeichen von zerbrechlichkeit.« seine linien deuten an ohne abzugrenzen. um die besonderen strukturen seiner hintergründe zu erreichen, greift hans brunne zu spülbürsten, die er sich zurecht schneidet. »das schafft eine ungeheure lebendigkeit.« seine bilder beginnt er mit einer idee, die er im kopf hat. »ich fange an zu arbeiten, und auf einmal kippt es um und dann kommt etwas ganz anderes dabei raus.« während des arbeitsprozesses entwickelte sich viel, so der künstler. »da fängt es erst an, interessant zu werden.«

    solinger morgenpost, 16.12.2006